Die Amurschläfergrundel (Perccottus glenii) — oft einfach als Rotan bezeichnet — ist ein extrem widerstandsfähiger, invasiver Süßwasserfisch. Sie zeichnet sich durch einen auffällig großen, massiven Kopf, ein breites Maul und eine dunkle, marmorierte Färbung aus. Bei einem Maximalgewicht von etwa 300 g ist sie vor allem für ihren unersättlichen Appetit und ihre erstaunliche Überlebensfähigkeit unter extremen Umweltbedingungen bekannt.
Verhalten und ökologische Auswirkungen
- Räuberisches Verhalten & Nahrung: Für ihre Größe ist sie ein ausgesprochen aggressiver Räuber. Sie ernährt sich von Insektenlarven, Würmern, Fischbrut und dem Rogen anderer Fischarten. Sie verschlingt praktisch jedes lebende Geschöpf, das klein genug ist, um in ihr Maul zu passen.
- Lebensraum & Ausdauer: Bevorzugt flache Teiche, Auseen, Gräben und kleine Stehgewässer. Sie stellt extrem geringe Ansprüche an die Wasserqualität und übersteht starken Sauerstoffmangel, hohe Umweltverschmutzung und sogar das teilweise Einfrieren im Eis während harter Winter mühelos.
- Invasive Ausbreitung: Als gebietsfremde Art kann sie heimische Fischarten in kleineren, geschlossenen Gewässern rasch verdrängen, indem sie deren Nachwuchs und Nahrungsgrundlage systematisch dezimiert.
Angelmethoden und Winterziel
- Erfolgreiche Köder & Takelage: Wird im Sommer an leichten Posenmontagen und im Winter an der Eismormyschka gefangen. Zu den besten Ködern zählen Fleischreste, ungesalzener Speck, Würmer, kleine Köderfische und Zuckmückenlarven. Ein kleines Stück Fleisch einer Amurschläfergrundel selbst ist zudem ein hervorragender Köder, um weitere Artgenossen zu fangen.
- Beliebtes Ziel beim Eisfischen: Die Amurschläfergrundel ist ein Hauptziel beim Winterangeln an Kleingewässern und Altarmen. Sie bleibt bei Wassertemperaturen von 2 bis 26 °C das ganze Jahr über aktiv und attackiert Mormyschkas mit Fleisch- oder Speckstreifen auch bei tiefen Temperaturen äußerst aggressiv.