Die Güster (Blicca bjoerkna), im süddeutschen und österreichischen Raum auch als Pliete bekannt, ist der kleinere, aber äußerst lebhafte Verwandte des großen Brachsens. Sie ist leicht an ihren hellen, silbrigen Schuppen, den rötlich-orangen Ansätzen der Bauch- und Analflossen sowie den im Verhältnis zum Körper größeren Augen zu erkennen. Unter guten Bedingungen erreicht sie ein Gewicht von bis zu 1 kg.
Ernährung, Temperatur und wetterunabhängiges Verhalten
Obwohl sie eng mit dem Brachsen verwandt ist, zeigt die Güster einige eigene Vorlieben, was ihre Robustheit und Nahrungsaufnahme angeht:
- Pflanzlicherer Speiseplan: Sie frisst bevorzugt Zuckmückenlarven, Würmer, kleine Muscheln und Algen. Ihre Ernährung ähnelt stark der des Brachsens, enthält jedoch einen spürbar höheren Anteil an pflanzlichem Material und feinen Algen.
- Temperatur und Wetterunabhängigkeit: Am aktivsten zeigt sie sich bei Wassertemperaturen von 12–22 °C. Sie frisst aktiv durch die gesamte warme Saison hindurch und ist wesentlich weniger wetterabhängig als der Brachsen. Selbst bei trübem, bewölktem Himmel oder plötzlichen Luftdruckschwankungen beißt sie oft zuverlässig weiter.
- Lebensraum und Schwärme: Güstern bilden große, agile Schwärme in mittleren Tiefen. Häufig ziehen sie gemeinsam mit Brachsen und Rotaugen umher und bevorzugen dabei Bereiche mit einer langsamen, stetigen Strömung oder ruhige Seezonen.
Fangmethoden, Köder und Strategie für kapitale Güstern
Der Fang von Güstern macht vor allem mit feinem Gerät großen Spaß und erfordert eine präzise Präsentation:
- Erfolgreiche Köder: Hervorragend fängt man auf Zuckmückenlarven, Maden, Tauwürmer und gekochte Perlgraupen.
- Angelmethoden: Sowohl die klassische Posenangelei als auch das moderne Feederfischen liefern exzellente Ergebnisse. Da Güstern in klarem Wasser oft vorsichtig sein können, verbessert feines Gerät (dünnere Hauptschnüre, unauffällige Vorfächer und kleinere Haken) die Bissfrequenz drastisch.
- Strategie für größere Exemplare (500+ g): Kapitale Güstern mit einem Gewicht von 500+ g sind vermehrt in Flüssen mit mäßiger Strömung anzutreffen. Um gezielt die größeren Exemplare zu fangen, sollte man an Kanten oder direkt am unteren Hang der Rinne angischen, wo die Strömung organische Partikel anspült. Als ungeschlagener Spitzenreiter gilt hierbei die Zuckmückenlarve, die als effektivster Köder für große Güstern gilt.